Beiträge von Gummistiefelzehner

    Mal unabhängig vom gerade diskutierten Gerücht: Wohin uns das Krakelen nach Spielern mit "Drittligaqualität" gebracht hat, können wir ja gerade sehen. Unser Kader ist voll von etablierten Drittligakickern, die zu großen Teilen der Hinrunde auch auf dem Platz standen und katastrophale Leistungen gebracht haben. Warum genau sollten wir da jetzt weiter machen und Spieler danach verpflichten, wie viel Drittligaerfahrung sie haben? Denn das ist ja offenbar der einzige Maßstab für die ominöse Drittligaqualität. Zumindest solange, bis sie bei uns spielen. Dann verlieren sie diese mysteriöserweise...

    Mir ist ein guter Spieler mit Ambitionen und dem Bedürfnis sich in Liga 3 zu beweisen lieber als noch ein vermeintlich etablierter Drittliga-Spieler auf der Suche nach dem nächsten Verein als Zwischenstation vor dem übernächsten.

    Schlage vor, es vertragen sich wieder alle und niemand schaut die WM :meeting:

    Auch in dieser Runde wurde ja immer mal wieder vorgeschlagen, den nicht für talentiert, fit, motiviert oder sonstwie tauglich befundenen Spielern einen Vereinswechsel nahe zu legen. Es gab mutmaßlich ähnlich oft die Antwort, dass dies wenig bringe - die Spieler hätten Verträge und gerade die, die wenig Leistung bringen dürften wenig Aussicht haben, anderswo (sprich niederklassiger) ein ähnlich attraktives Angebot zu erhalten.

    Nun hat der Verein also einer unbekannten Gruppe Spieler einen Wechsel nahe gelegt. Das ist also die Maßnahme anstelle eines Trainerwechsels, die den Turnaround bringen soll.

    In meinen Augen ist das ein Schuss, der gewaltig nach hinten losgehen kann. Wenn Du nämlich für mindestens einen Großteil der Leute keine Abnehmer findest, hast Du Spieler auf der Payroll, von denen kaum noch mehr als das Nörigste an Leistung zu erwarten ist und die sicherlich keine Identifikation mehr mit dem Verein empfinden oder sich im Abstiegskampf reinhängen. Einen positiven Effekt auf das Mannschaftsklima braucht man von einer solchen Gruppe ebenfalls kaum erwarten. Denn, mit Verlaub, was ist denn der "Vorwurf"? Keine Mentalität für den Abstiegskampf? Woran will man das eigentlich festmachen? Die hier genannten Kandidaten (Ametow, Manske-Brüder, Osee, in Teilen auch Pio) hatten ja kaum Gelegenheit, dies zu beweisen, sie haben ja kaum gespielt. Oder hat man stattdessen einem Teil der Spieler die Tür gewiesen, die die letzten Spiele auf dem Platz standen und viel mehr als die Reservisten und der Nachwuchs für die Leistungen in die Verantwortung zu nehmen sind? Dann stellt sich die Frage, warum SK sie denn weiter hat spielen lassen. Plus: Man würde es sich mit Stammspielern verscherzen, falls diese die Situation halt aussitzen. Und die anderen taugen ja offenbar nicht, sonst würde man sie einsetzen.


    Der Verein entscheidet sich also, statt des Trainers die Spieler - und sei es nur einen Teil - zum Buhmann zu machen. Und lehnt sich damit sehr weit aus dem Fenster. Denn wenn da jetzt keiner geht - oder zu wenige - und dies tatsächlich notwendig wäre, um Geld für neue Spieler zu haben, dann stehen wir schlimmstenfalls im Januar mit einer in Teilen innerlich gekündigt habenden Mannschaft ohne Verstärkung dar und die Situation ist nochmal eine ganze Ecke schlechter als ohnehin schon.

    Geschaffene Fakten hin oder her: Ich finde die jüngsten Entscheidungen der Vereinsleitung alles andere als glücklich.

    Krämer im Interview:...“Von mir aus kann kann es sofort weitergehen!“

    Weiter den Abgrund entgegen (das muss ein Fan schon als Drohung verstehen). Er hat “Bock“, also nach “Bock haben“ sah es nach dem Dortmund II-Spiel bei Krämer nicht aus, die Mannschaft hat dieses “Bock haben“ ja auch so wunderbar ausgestrahlt gegen Osna.

    “Da passt kein Blatt zwischen“ scheint die neue Roboterfloskel unserer chronisch gelähmten, handlungsunfähigen Führung um Maul und Beckmann zu sein.

    Ich persönlich finde die Analysen von SK sehr passend, aber die Aussage “von mir aus kann es sofort weitergehen” nicht nachvollziehen. Die Mannschaft braucht jetzt diese Pause um sich quasi neu aufzustellen. Die Pause bietet nun die Chance auf RESET zu stellen.

    Ich glaube an den Klassenerhalt, wenn die Mannschaft mit vollen Einsatz arbeitet. Ich glaube nicht das der Trainer der entscheidende Faktor bei dem Klassenerhalt hat, sondern ob die Mannschaft mit der notwendigen Bereitschaft in den Abstiegskampf zieht. Wenn das nicht vorherrschet, wird ein neuer Trainer es auch nicht schaffen die notwendigen Tugenden den Spielern einzuflößen.

    Von verschiedener Seite kam hier das Argument, das eigentliche Problem sei die Mannschaft, nicht der Trainer. Meist zusammen mit dem Verweis auf fehlende Identifikation mit Stadt und Verein, mangelndem Einsatz, Kampfgeist oder ausbleibender Bereitschaft, den Abstiegskampf anzunehmen sowie teilweise Zweifeln an der Qualität einzelner Spieler oder gleich der ganzen Mannschaft - letzteres gerne mit Verweis auf das sagenumwobene Prädikat "Drittligatauglich". Diese Gegenüberstellung - Mannschaft vs. Trainer - bei der Schuldfrage an der sportlichen Misere halte ich für fatal! Und zwar vor allem deswegen, weil ein Trainer an den meisten der genannten Punkte wesentlichen Anteil hat (die Identifikation mal ausgenommen, aber das ist im modernen Profifußball ohnehin eine etwas weltfremde Erwartung). Wenn eine Mannschaft nicht daran glaubt - oder mehr noch: die entsprechende Erfahrung gemacht hat -, mit einem bestimmten Spielsystem, einer bestimmten Taktik und Aufstellung des Trainers Erfolg zu haben: Wie soll sie dann motiviert sein? Und wer ist dann dafür verantwortlich zu machen? Klar, rennen und kämpfen kann jeder Einzelne unsbhängig vom Trainer, System, Taktik etc. Aber Mannschaftssport ist halt etwas komplexer, vor allem was Gruppendynamik betrifft.


    Wir sollten doch alle am besten wissen, welche Rolle Form spielt: Die selbe Truppe, die letzte Rückrunde fast so schlecht war, wie die Mannschaft dieser Hinrunde, hat ein paar Monate vorher ein völlig anderes Gesicht gezeigt. Qualität und offenbar auch die vermeintlichen Charaktereigenschaften Einzelner sind in vielen Fällen wesentlich weniger wichtig als Selbstbewusstsein, eine taktische Marschroute, die zum Team passt und mannschaftliche Geschlossenheit, das ziehen an einem Strang - und das schließt den Trainer und dessen Team mit ein!


    Zu denken, man könne die katastrophalen Leistungen der letzten Wochen allein den Spielern anlasten, erscheint mir völlig an der Realität eines Mannschaftssports vorbei zu gehen. SKs Aussagen zu neuen, "gestandenen" Spielern, die er bräuchte, bestärken meine Sorge ganz gewaltig, dass vllt zwischen SK und Beckmann, Maul etc. kein Blatt passt - zwischen Trainer und Team aber eine ganze Buchhandlung. Die Schuld allein bei der Mannschaft abzuladen ist ein Move, den man weder dem Trainer noch der sportlichen Leitung durchgehen lassen sollte! Sei es nur aus Eigeninteresse: Die Spiele spielen und gewinnen, muss am Ende die Mannschaft.

    Ich finde die Entscheidung, es weiter mit Krämer zu versuchen, kaum nachvollziehbar. Ich sehe offen gestanden überhaupt keinen Punkt, der die Annahme stützt, dass es in den nächsten Spielen besser läuft als bisher. Im Gegenteil muss man doch davon ausgehen, dass der Trainer mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mittel und Lösungsansätzen versucht hat, den Turnaround zu schaffen. Ich kann jedoch keine Besserung erkennen, vielmehr wurde mit dem Spiel gegen Osnabrück ein weiterer Tiefpunkt der nach unten anscheinend offenen Abwärtsspirale erreicht. Für mich als Außenstehenden ist in keinster Weise erkennbar, dass Krämer Ideen hätte, wie die Mannschaft wieder als solche zusammenfinden und auf dem Platz erfolgreich Fußball spielen soll. Falls er sie hat, haben sie bislang nicht gefruchtet. Wir setzen also offenbar ausschließlich auf Neuzugänge, die unmittelbar einschlagen, und das Prinzip Hoffnung.

    Ich könnte es noch verstehen, wenn man 'nur' keinen Erfolg hätte - also Spiele knapp und unglücklich verliert -, aber Einsatz und Spielidee stimmen. Ich finde, beides ist nicht der Fall. Wir verlieren regelmäßig krachend, die Mannschaft hat keine erkennbare Idee, wie sie Torchancen erspielen soll und fällt spätestens mit dem ersten Gegentor in sich zusammen - teilweise auch schon vorher. Es spricht außer der tweifelsohne sympathischen Art rein gar nichts für Krämer.

    Es wurde hier der Vergleich zu TF gezogen. Mich erinnert es eher an die Situation mit RS: Man lässt einen Trainer weiter machen, obwohl man wissen könnte, das es nicht funktioniert. Und verpasst damit die Chance für einen zumindest halbwegs geordneten Neuanfang. Stattdessen schleppt man sich noch etwas weiter und ist dann, wenn kein wundersamer Wandel um 180 Grad stattfindet, am Ende doch gezwungen, den letzten Strohhalm zu greifen und den Trainer zu wechseln. Zu einem wesentlich schlechteren Zeitpunkt. Der Neue hätte dann weder eine Vorbereitung noch die Möglichkeit, selbst in gewissem Rahmen bei der Kaderzusammensetzung (Wintertransferphase) mitzureden.

    Das Agieren der Vereinsleitung ist in meinen Augen mindestens enorm fahrlässig.

    Es müssen erst einmal Spieler den Verein verlassen, ansonsten geht da nichts. Das ist die "Ist" Situation.

    Hast Du dafür Quellen? Hat der Verein das irgendwo gesagt?

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die finanzielle Situation rosig ist, aber ist dazu irgendwas bekannt gemacht worden?

    Ich denke auch, dass Faßbender auf der Außenbahn besser seine Stärken einbringen kann. Aber letztlich ist es bei ihm auch halt fast nur die Geschwindigkeit. Letzte Saison war er eine Zeit lang fast an jeder gefährlichen Szene beteiligt, so ganz viel ist aber auch da meistens nicht bei rumgekommen. Und wenn er dann mal trifft, kommt es einem in den Spielen danach irgendwie so vor, als wenn er sich danach zurücknimmt, weil er sich für was Besseres hält. Wirkt jedenfalls manchmal so, als wenn er sich zu höherem berufen fühlt, aber ohne die ganz große Leistung zu bringen.


    Diese Saison ist er mir meistens durch lässige Zweikampfführung oder Insta-Stories aus irgendwelchen Metropolen aufgefallen. :dntknw:

    Kann natürlich jeder seine Meinung uns Sympathien haben, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass bei der Beurteilung einzelner Spieler und ihr Wohnort, äußeres Erscheinungsbild oder Social Media-Aktivitäten relevanter sind als aufm Platz...

    Ich teile Deine Skepsis gegen Schnellschüsse auf der Trainerposition - allerdings haben wir mit der langen WM-Pause eine Sondersituation, die zumindest einen Teil der Bedenken gegen eine solche Operation am offenen Herzen zumindest abschwächen sollte. Die Frage, wer es denn machen soll - von Dir an anderer Stelle aufgeworfen - ist berechtigt, ein Trainerrauswurf ist die eine Sache, eine kompetente Nachbesetzung eine andere. Aber, mit Verlaub: Wer sollte es denn bei der aktuellen Lage noch schlechter machen? Die Mannschaft ist spielerisch v.a. offensiv praktisch mittellos und was Einsatz und erkennbare mannschaftliche Geschlossenheit betrifft, also das, was bei begrenzten spielerischen Mitteln unbedingt in die Waagschale geschnissen werden muss, ist kein Lebenszeichen erkennbar. Woher nimmst Du die Hoffnung, dass diese Formkurve im freien Fall Richtung Mariannengraben von SK umgebogen werden kann? In meinen Augen muss diese Option gezogen werden und zwar jetzt. Es kann praktisch nicht schlimmer werden und es deutet für mich rein gar nichts darauf hin, dass es besser werden könnte in der aktuellen Zusammensetzung. SKs Verweis auf dringend benötigte neue Spieler ist ein schwacher Versuch, die Schuld von sich zu schieben. Die Enttäuschung der Fans auch über die Mannschaft ist berechtigt, aber so schlecht, wie sie seit Wochen spielt, kann sie fast gar nicht sein.


    Ich weiß Deine Loyalität gegenüber Verein und Verantwortlichen übrigens durchaus zu schätzen (weswegen ich den Tonfall ("Dünnpfiff') Dir gegenüber auch nicht in Ordnung finde. Umso mehr überrascht mich, dass Du ernsthaft mit den Wohnorten der Spieler als Erklärungsansatz für die Nicht-Leistung im Derby um die Ecke kommst (hier, aber auch anderswo angedeutet). Wir nah am Stadion muss man denn wohnen, um ungehindert Leistung zu bringen? Genügt Lingen oder Haselünne? Oder muss es mindestens zwischen Geeste und Klein-Berßen sein?

    Wenn das so sein sollte, hätte SK aber mehr als genug Zeit gehabt, diese Probleme in der Mannschaft anzugehen und zu lösen. Warum sollte es ihm in Zukunft gelingen? Seine Aussagen deuten zudem nicht darauf hin, dass er im Bereich Mannschaftsklima das Problem sieht.

    Die Tatsache, dass SK mit den selben Hirngespinsten von Kader zur Winterpause ausmisten um die Ecke kommt genügt mir fast schon als Bestätigung, dass er mit seinem Latein am Ende ist...


    Die Phantasiererei, dass man die ungeliebten und/oder vermeintlich (zu) schlechten Spieler trotz laufender Verträge ja einfach zur nächsten Transferperiode durch gutes Zureden zur Vertragsauflösung bewegen könnte, haben wir doch alle halbe Jahr. Wie oft hat das bislang geklappt? Klar, Ametov, die Manskes und andere junge Spieler, die sich Sorgen um ihre Karriere machen, mag man damit vereinzelt erreichen. Aber weder dürften die zu den Großverdienern gehören, noch finden sie zwingend ein (für sie) attraktives Angebot, um auf ihr sicheres Gehalt zu verzichten. Darauf zu setzen, um Neuzugänge zu finanzieren und den Kader nennenswert zu verändern, ist in meinem Augen Träumerei. Schlimm, dass unser Trainer in diese Kerbe schlägt.

    Bei aller Sympathie für ihn: Guders Nicht-Verlängerung als Mit-Ursache für unsere aktuelle Misere ist in meinen Augen Unsinn. Es ist eher anders herum: Wir haben in den vergangenen Jahren schlicht zu wenige Treffer auf dem Transfermarkt gelandet, die sich bei uns zu Stammspielern entwickelt haben. Stattdessen wurden sie, wie auch Guder, bestenfalls Ergänzungsspieler und das reicht nicht, um eine Mannschaft weiter zu entwickeln, Abgänge von Leistungsträgern aufzufangen und den normalen Leistungsabbau älterer Spieler auszugleichen. Komenda und Undav sind gar nicht so sehr der Punkt (so schon solche Fälle wären): Was uns fehlt, waren und sind Spieler, die Leute wie Erik, Putti, Thilo, Tanku oder auch Kleinsorge beerben können - oder ihnen zumindest glaubhaft Konkurrenz machen. Dafür, sorry, hat es bei Guder nicht gereicht - was hier im Forum bis vor wenigen Wochen übrigens auch Konsens war. Ähnlich sieht die Situation leider auch bei Pio, Evseev, Feigenspan, Hemlein und anderen aus. Alles gestandendene Spieler, die man kaum zur Auffüllung des Kaders oder als junge Talente verpflichtet hat. Keiner ist in der Nähe der ersten 11 und mit vereinzelten Ausnahmen kann man das kaum als Irrtum der Trainer bezeichnen, die sich hier zudem ziemlich einig waren.

    Pourie ist in der Tat sehr gut darin, sich der Unterstützung der Fans zu versichern. Ob er die Unterstützung seiner Mitspieler hat, scheint mir nach jüngsten Auseinandersetzungen nicht so sicher....

    Allgenein finde ich einige Aussagen unserer vermeintlichen Führungsspieler in letzter Zeit zumindest fragwürdig. So etwa auch von Käuper und Kraulich, die eifrig betonen, wie schlimm die Mannschsft spielt - man sich aber fragt, wen genau sie damit meinen und ob sie sich der Tatsache ausreichend bewusst sind, dass sie zentrale Teile dieser Mannschaft sind.

    Es ist von außen schwer, sich hier eine fundierte Meinung zu bilden, aber weder auf noch neben dem Platz wirkt es so, als würde an einem Strang gezogen. Und das macht mir am allermeisten Sorgen! Interviews und Social Media-Posts von Einzelnen, die publikumswirksam betonen, wie scheiße die Mannschaft spielt, schaffen da keine Abhilfe - im Gegenteil.

    Krasse Zahlen... aber zu den vermeintlich logischen Folgen daraus (und zur hier ja vielfach geforderten Entlassung verschiedener Teile der sportlichen Leitung): Ist das wirklich schlau, in unserer Situation die sportliche Leitung auszutauschen? Das bringt kurzfristig in meinen Augen keine Besserung, eher im Gegenteil. Plus: Wer soll denn an deren Stelle treten? Würdest Du stattdessen am Trainer festhalten? Beide Positionen auf einem Schlag neu besetzen halte ich für extrem gewagt...

    in meinen Augen ist Stendel der selbe Typ Trainer wie SK. Auch wenn ich solche kurzsichtigen Hauruck-Personalien normalerweise nicht gut finde, brauchen wir jemanden mit Feuerwehrmann-Qualitäten. Ich kenne mich auf dem Trainermarkt leider wirklich gar nicht aus, halte aber einen erfahrenen Mann aus den Regionalligen für besser als ein Greenhorn frisch von der DfB-Akademie. Unserem Spiel fehlt es an den Basics, nicht an den taktischen Finessen (ok, daran auch, aber das ist gerade nicht die Baustelle). Ich glaube, es ist wichtiger, die Mannschaft zu erreichen und einfachen Fußball zu spielen, als variabel vier Systeme während des Spiels durchwechseln zu können um den Ball über 17 Stationen an beiden Eckfahnen vorbei ins Tor zu tragen.

    Um den Trainerdiskussions-Thread mal von der Kaderzusammenstellungs-Diskussion zu trennen, würde ich vorschlagen, wie diskutieren letzteres hier weiter.


    Ich glaube, dass die Mannschaft besser spielen kann, als sie es gerade tut - allerdings ist sie offenbar schwächer, als wir hier alle nach der Transferperiode im Sommer dachten (kurze Erinnerung: Damals waren hier die Meisten mit den Transfers hochzufrieden, vor allem die späten um Pourie, Kraulich und Pepic). Die Frage ist angesichts knapper Kassen und durchweg katastrophaler Leistungen: Wo ist die Not am größten, wo muss Verstärkung her?

    Die Serie ohne Tor mag darauf hin deuten, dass unsere Probleme im Sturm liegen. Ich glaube das allerdings nicht. Im Gegenteil: Unser Hauptproblem ist die Defensive - und zwar der ganzen Mannschaft. Das sehr defensive 5-3-2, dass zuletzt gespielt wurde - und das für Mittelfeld und Sturm überhaupt nicht zu unserem Kader passt - war nötig, weil wir im 4-2-3-1 hinten offen waren wie ein Scheunentor. Wenn wir wieder zu einem 4-2-3-1 wollen, das offensiv vielversprechender ist, brauchen wir m.M.n. zwei Spieler: Einen guten IV - eigentlich zwei, Fedl und Kraulich überzeugen beide nicht, aber das ist nicht realistisch - und einem richtigen(!) 6er, der den Laden hinten zusammenhält und die Defensive im Mittelfeld organisiert. Ich habe hier mehrfach gelesen, wir hätten mit Blacha, Käuper und Pepic teilweise drei DM auf dem Feld. Das halte ich für Unsinn. Käuper ist defensiv eine Katastrophe, Pepic auch eher offensiv mit Stärken und Blacha sehe ich auch nicht als defensiv-Monster (auch wenn er am ehesten als DM fungiert). Alle drei sind als 8er glücklicher, fürchte ich, oder als offensive Teile einer Doppel-6. Das mag taktisch nicht mehr der neueste Trend sein, aber für das völlig fehlende Gleichgewicht in unserer Mannschaft erscheint mir ein primär 'destruktiver' 6er dennoch als dringend notwendig.

    SK muss gehen, das ist klar und trotz der seltsamen Stunts mit RS letzte Saison muss das auch der sportlichen Leitung klar sein. Ich glaube nicht, dass es an ihm liegt, aber es braucht einen harten Reset. Vielleicht braucht diese Mannschaft (oder eher diese Ansammlung an hauptberuflichen Fußballspielern) einfach eine andere Art Trainer. Die damit verbundene Hoffnung auf eine 180-Grad Wende, die es bräuchte, ist ehrlich gesagt nicht besonders groß bei mir. Wie soll man es der Mannschaft austreiben, sich permanent selbst ins Bein zu schießen? Wie will man mitten in der Saison eine dysfunktionale Ansammlung an Einzelspielern zu einem funktionierenden Team formen? Wie soll man sich Führungsspieler schnitzen, an denen sich ein Team aufrichten kann, wenn die nominelle Achse (Kersken, Kraulich, Blacha, Pepic, Pourie; Tankulic ist leider verletzt, Vogt könnte man noch nennen) fast durch die Bank vor der Saison erst zusammengewürfelt wurde - und die Mehrheit der vorgesehenen Spieler als Führungsspieler nicht funktionieren - und die Mannschaft entsprechend auch nicht.

    immerhin: Die lange Pause kann - und muss - genutzt werden, damit ein neuer Trainer mit zumindest 1, 2 Verstärkungen versuchen kann, den Abstieg noch zu verhindern. Dass das rettende Ufer noch in Sichtweite ist und andere Teams da unten genau so rumkrebsen wie wir sollte dabei helfen, das Ganze nicht nur als Himmelfahrtskommanfo zu sehen.

    Drei Punkte müssen her und dafür wird man mindestens ein Tor schießen müssen. Ich fände J. Manske als Stoßstürmer und Pourie als hängende Spitze hierfür bei dem gerade eingespielten und defensiv stabilen 5-3-2 die logischere Wahl als die bislang eingesetzten Außenstürmer. Macht zwar Umstellungen während des Spiels aufwendig - weil mehr Wechsel nötig sind - aber da wir davon ja gerade viele haben (Außenstürmer und Wechsel) und SK aus meiner Sicht bisher unnötig wenig und zudem meist ziemlich spät wechselt (was dann zu ändern wäre), hätte das den zusätzlichen Vorteil, dass man ab Mitte 2. HZ nochmal mit einer frischen Offensivreihe und anderem System (4-2-3-1 vermutlich, oder 3-4-3, wenn es die Brechstange sein muss) anzugreifen.

    Am Ende muss "nur" einer rein und hinten wieder die Null stehen. Ich habs letztes Mal schon gesagt: Jede Serie endet irgendwann. Warum nicht jetzt?

    Der Trainer ist weiter total locker und gut drauf.

    Sauerei! Was nimmt der sich heraus?! Sofort entlassen! Am Ende gönnt er sich abends noch ein Feierabendbier zur Tagesschau, während wir Fans vor Verzweiflung ins Kissen heulen.

    Jetzt geht hier das Gelaber auf Facebook-Niveau wieder los. Zuletzt war's ja der Senioren-Skatclub mit den langen, gelockten Haaren. :laugh2:

    Ich dachte immer, das Problem bei facebook wären die verbitterten Leute, die ihren ganzen Frust und ihre miese Laune da abladen und alles und jeden anranzen, der es wagt, eine andere Meinung als ihre zu äußern. Stattdessen sind es also die, die genau diese Typen und ihre selbstgerechten Tiraden durch den Kakao ziehen?


    Danke für die Aufklärung! Dein "Gummistiefelstinker" (Zitat Niveau-Nick)


    Edit: Wähnte mich im falschen Thread, Passage zum Osna-Spiel gelöscht.